Streckenklasse
Die Streckenklasse ist eine Einteilung der Eisenbahnstrecken, die bestimmt, wie hoch die Belastung des Güterzugs sein darf, der über die Schienen rollt. Diese Einteilung ist abhängig von der auf der jeweiligen Strecke maximal zulässigen Radsatzlast und der zulässigen Meterlast. Die Radsatzlast eines Wagens, auch Achslast genannt, ist der Anteil der Gesamtmasse (Eigenmasse des Wagens plus Masse der Ladung), der auf eine Achse (Radsatz) eines Wagens entfällt. Die Meterlast eines Wagens ergibt sich aus der Gesamtmasse dividiert durch die Länge über Puffer. Begrenzender Faktor für die Radsatzlast ist die Tragfähigkeit von Ober- und Unterbau, die Meterlast wird von der Belastbarkeit der Brücken bestimmt.
Die Eisenbahnstrecken in Deutschland sind in neun Streckenklassen eingeteilt. Die Streckenklassen werden mit den Großbuchstaben A bis D (zur Angabe der Radsatzlast) und mit den Ziffern 1 bis 4 (zur Angabe der Meterlast) bezeichnet. Streckenklasse | Radsatzlast | Meterlast | A | 16,0t | 5,0 t/m | B1 | 18,0t | 5,0 t/m | B2 | 18,0t | 6,4 t/m | C2 | 20,0t | 6,4 t/m | C3 | 20,0t | 7,2 t/m | C4 | 20,0t | 8,0 t/m | D2 | 22,5t | 6,4 t/m | D3 | 22,5t | 7,2 t/m | D4 | 22,5t | 8,0 t/m |
Die Streckenklasse ist wichtig für die Transportplanung. Sie legt fest, welche Zuladung die Güterwagen haben dürfen, bzw. kann Auslöser für die Wahl eines speziellen Laufweges sein. Liegen auf einem Laufweg unterschiedliche Streckenklassen vor, so ist die Streckenklasse mit der geringsten Infrastrukturbelastung ausschlaggebend für den Transport und die maximal erlaubte Zuladung. Unter Umständen muss ein spezieller Laufweg gewählt werden, der dann zwar nicht mehr der kürzeste ist, der allerdings bedingt durch eine höhere Streckenklasse ein höheres Transportvolumen ermöglicht. Hinweis: Bei grenzüberschreitenden Verkehren müssen unterschiedliche Streckenklassen berücksichtigt werden.
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